Stephansplatz - Stephansdom

Über diesen Ort

Wenn Sie über den Stephansplatz spazieren, behalten Sie den Dom im Blick und achten Sie darauf, wie er sich aus jedem Blickwinkel verändert. Aus der Nähe sehen Sie scharfe Steinlinien und feine Details. Aus der Ferne wirkt er wie der feste Ankerpunkt der ganzen Stadt. Er ist nicht nur eine Kirche auf einem Platz - er ist das Wahrzeichen, zu dem Wien immer wieder zurückkehrt. Der Stephansdom entstand im zwölften Jahrhundert. Aus einer kleinen Kirche wurde im Laufe der Zeit das gewaltige gotische Bauwerk, das Wien heute prägt. Die spätromanische Westfassade mit den beiden Heidentürmen und dem Riesentor ist bis heute erhalten. Später wurde die Kirche immer höher und länger gebaut. Das heutige Aussehen verdanken wir vor allem Herzog Rudolf dem Vierten, der im Jahr dreizehnhundertneunundfünfzig den Grundstein für den gotischen Umbau legte. Schauen Sie nun nach oben zum Südturm. Die Wiener nennen ihn liebevoll Steffl. Mit etwa einhundertsechsunddreißig Metern ist er der höchste Turm des Doms und dominiert die Skyline. Jahrhundertelang war das sehr wichtig. Von hier oben hielten Wächter Ausschau über die Stadt. Der Turm zeigt uns heute noch, dass Wien seinen Glauben und seinen Reichtum weithin sichtbar machen wollte. Dann ist da noch das Dach, eines der bekanntesten in Europa. Die bunten Ziegel bilden Muster und kaiserliche Symbole, wie den Doppeladler und die Wappen von Wien und Österreich. Dieses Dach ist so markant, dass viele Menschen davor stehen bleiben. Es hat den Dom sogar in der modernen Popkultur berühmt gemacht - in Österreich kennt fast jeder die Silhouette vom Logo der Manner-Schnitten. So wurde die mittelalterliche Kirche ein Teil des Alltags. Der Nordturm erzählt eine andere Geschichte. Er wurde nie ganz fertiggestellt. Aber er beherbergt die berühmteste Glocke des Doms: die Pummerin. Sie hängt im achtundsechzig Meter hohen Turm. Sie ist die zweitgrößte freischwingende Kirchenglocke Europas. Dieser Kontrast passt gut hierher: Der berühmteste Turm ist nicht der höchste, sondern derjenige, der dem Dom seine Stimme gibt. Der Dom ist aber mehr als nur Architektur. Er steht seit Jahrhunderten im Zentrum des Wiener Lebens. Hier fanden kaiserliche Zeremonien, Trauerfeiern und große kirchliche Ereignisse statt. Wolfgang Amadeus Mozart hat hier geheiratet, und auch seine Totenmesse wurde hier gehalten. Im Inneren und unter der Kirche befinden sich Gräber, Kapellen und Katakomben. Hier ruhen Rudolf der Vierte, viele Habsburger sowie Wiener Erzbischöfe und Kardinäle. Es gibt auch eine dunklere Seite der Geschichte. Am Ende des Zweiten Weltkriegs war das Schicksal des Doms eng mit dem der Stadt verbunden. Der Stephansdom ist heute ein Symbol für die Identität und den Wiederaufbau Österreichs nach dem Krieg. Deshalb bedeutet das Gebäude den Menschen hier so viel. Er wird nicht nur bewundert, weil er alt und schön ist, sondern weil er überlebt hat und repariert wurde. Der Stephansplatz selbst birgt ein Geheimnis. Beim Bau der U-Bahn im Jahr neunzehnhundertdreiundsiebzig wurde die mittelalterliche Virgilkapelle unter dem Platz entdeckt. Sie stammt aus der Zeit um zwölfhundertzwanzig. Auch der Grundriss der späteren Maria-Magdalena-Kapelle ist im Pflaster rund um den Dom markiert. Während oben die Menschen an Geschäften und Straßenmusikern vorbeiziehen, liegt unter Ihren Füßen ein Teil des mittelalterlichen Wiens. Das macht diesen Ort so besonders. Jede Seite erzählt ein Stück Wiener Geschichte - von romanischen Anfängen über gotischen Ehrgeiz bis hin zu Krieg und Wiederaufbau. Gehen Sie ruhig noch eine Runde um den Dom. Der Stephansdom ist einer dieser Orte, die man nicht mit einem einzigen Blick erfassen kann.

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Stephansplatz - Stephansdom

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