Über diesen Ort
Betreten Sie den Petersplatz und blicken Sie hinauf zur Kirche, die sich in diesen kleinen, eleganten Platz einfügt. Die Peterskirche dominiert die Skyline nicht so wie der Stephansdom, aber genau das macht ihren Charme aus. Sie wirkt fast versteckt, bis sich plötzlich die Kuppel über Ihnen erhebt und der ganze Platz sie zu umschließen scheint. Dies ist einer der ältesten Kirchenstandorte in Wien. Laut der Kirchengeschichte entstand hier bereits in der zweiten Hälfte des vierten Jahrhunderts die erste Kirche. Sie wurde aus einem umgebauten Kasernengebäude im römischen Lager Vindobona errichtet. Das macht diesen Ort zu einer faszinierenden Verbindung zwischen dem römischen Wien und der späteren christlichen Stadt. Was Sie heute sehen, ist jedoch kein antikes Gebäude, sondern ein prächtiger Barockbau. Die alte mittelalterliche Kirche und der Friedhof wurden im Jahr 1701 abgerissen. Der heutige Bau entstand zwischen 1701 und 1733 auf Initiative von Kaiser Leopold dem Ersten und der Bruderschaft der Heiligsten Dreifaltigkeit. Der Entwurf stammt von Gabriele Montani und wurde von Lukas von Hildebrandt überarbeitet. Das Ergebnis ist einer der schönsten barocken Innenräume Wiens. Das Gebäude beeindruckt besonders durch seine Form. Es steht auf einem elliptischen Grundriss und wird von einer zentralen Kuppel gekrönt. Die Vorderseite ist leicht nach innen gewölbt und wird von zwei Türmen eingerahmt. Obwohl die Kirche kompakt ist, wirkt sie nicht klein. Die Barockarchitektur verstand es meisterhaft, begrenzten Raum theatralisch, prunkvoll und lebendig wirken zu lassen. Im Inneren wird die Kirche noch dramatischer. Bedeutende Künstler wirkten hier mit, darunter Johann Michael Rottmayr, der in den Jahren 1713 und 1714 das große Kuppelfresko malte. Auch andere Meister wie Altomonte, Steinl und Donner-Kohl hinterließen ihre Spuren. Das Zusammenspiel von Gold, Marmor, Malerei, Skulptur und Licht soll den Blick nach oben lenken. Dieser Ort hat etwas sehr Wienerisches. Eine uralte Kirche steht nur wenige Schritte von Luxusgeschäften, belebten Straßen und Kaffeehaustischen entfernt. Doch die Peterskirche ist nicht nur ein historisches Denkmal. Sie ist bis heute ein lebendiger Ort. Es finden hier regelmäßig Orgelkonzerte und Aufführungen statt. Das verleiht der Kirche ein zweites Leben: Gebet, Kunst und Musik teilen sich denselben Raum mitten in der Stadt.