Über diesen Ort
Schauen Sie sich dieses prächtige Eckgebäude an. Das Palais Equitable steht dort, wo die Kärntner Straße in den Stephansplatz mündet. Es wirkt sofort ein wenig anders als die typischen Wiener Palais. Es wurde zwischen achtzehnhundertneunzig und achtzehnhunderteinundneunzig für eine New Yorker Lebensversicherung gebaut, die Equitable Life Assurance Society. Deshalb klingt schon der Name eher amerikanisch als kaiserlich. Trotzdem fügt es sich selbstbewusst in das Stadtzentrum ein. Achten Sie auf die Fassade. Sie ist reich verziert, und hoch oben thronen amerikanische Adler - ein auffälliges Detail mitten in der Wiener Altstadt. Der Architekt war Andreas Streit. Das Gebäude sollte von Anfang an beeindrucken. Es war Geschäftsarchitektur im großen Stil, geschaffen in einer Zeit, in der Wien modern, international und wohlhabend wirken wollte. Das ungewöhnlichste Detail finden Sie jedoch an der Ecke. Hinter Glas ist der Stock im Eisen in das Gebäude eingelassen. Dieser mittelalterliche Baumstamm ist über und über mit Nägeln beschlagen und gilt seit langem als eines der Wahrzeichen Wiens. Das bedeutet, dass dieses Palais aus dem späten neunzehnten Jahrhundert nicht nur auf einem historischen Platz steht - es umschließt eine viel ältere Stadtlegende. Auch die Bronzereliefs an den Eingangstüren erzählen die Geschichte des Stock im Eisen. Sie verbinden die elegante Fassade mit einem Teil Wiens, der älter und geheimnisvoller wirkt. Das macht diesen Ort so besonders. Auf einen Blick sehen Sie das mittelalterliche Wien, das ehrgeizige Wien des neunzehnten Jahrhunderts und die belebte Geschäftsstadt von heute. Mit dem Stephansdom in der Nähe und den Passanten auf der Kärntner Straße zeigt das Palais Equitable, wie mühelos Wien Legenden, Geld und Architektur an einem einzigen Ort vereint.