Pestsäule

Über diesen Ort

Schauen Sie nach oben auf die aufsteigende Masse aus Marmor, Wolken und vergoldeten Figuren. Die Pestsäule hier am Graben ist eines der bekanntesten Barockdenkmäler Wiens. Inmitten dieser eleganten Fußgängerzone wirkt sie fast wie eine in Stein erstarrte Bewegung. Dieses Denkmal entstand aus einer Katastrophe. Im Jahr 1679 wurde Wien von seiner schlimmsten Pestepidemie heimgesucht. Kaiser Leopold der Erste gelobte, ein Denkmal zu errichten, falls die Stadt verschont bliebe. Auch die Bürger und die Bruderschaft der Heiligen Dreifaltigkeit wünschten sich einen Ort für Gebete. So wurde hier am Graben - damals der eleganteste Platz der Stadt - eine erste Säule aus Holz geplant. Die erste Version wurde am siebenundzwanzigsten Oktober 1679 aufgestellt, während die Pest noch wütete. Männer in Büßergewändern schleppten die Skulpturen vom Rathaus zum Platz. Zwei Tage später wurde die Säule feierlich eingeweiht. Nach dem Ende der Epidemie fand hier am siebzehnten Juni 1680 ein großes Dankfest statt. Der Prediger Abraham a Sancta Clara hielt dabei eine der berühmtesten Reden seiner Zeit. Das Denkmal, das Sie heute sehen, entstand über viele Jahre hinweg. Was als schlichtes Mahnmal begann, entwickelte sich zu einer dramatischen Komposition des Hochbarocks. Mehrere Künstler waren daran beteiligt. Lodovico Ottavio Burnacini und die Brüder Peter und Paul Strudel prägten das Konzept. Paul Strudel leitete schließlich die letzte Phase des Projekts. Das macht diesen Ort so besonders. Um Sie herum pulsiert das Leben am Graben mit seinen Schaufenstern und Cafés. Doch mittendrin steht ein Denkmal, das aus Angst, Gebet und Erleichterung geboren wurde. Es hält die Erinnerung an das Jahr 1679 im Herzen des modernen Wiens lebendig und ist eines der beeindruckendsten Wahrzeichen der Stadt.

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