Über diesen Ort
Dies ist ein guter Ort, um kurz innezuhalten und die Umgebung auf sich wirken zu lassen. Der Albertinaplatz vereint verschiedene Seiten Wiens auf engem Raum: die Albertina oben auf der alten Stadtmauer, ein bewegendes Mahnmal unten auf dem Platz und ein berühmtes Kaffeehaus direkt an der Ecke. Hier stehen das elegante und das ernste Wien direkt nebeneinander. Die Albertina geht auf eine Sammlung zurück, die Herzog Albert von Sachsen-Teschen im Jahr siebzehnhundertsechsundsiebzig gründete. Rund einhundert Jahre lang war das Gebäude der Wohnsitz von habsburgischen Erzherzögen und Erzherzoginnen. Heute beherbergt das Museum mehr als eine Million Druckgrafiken und Zeichnungen. Deshalb unterscheidet sich die Albertina von vielen anderen Museen: Im Inneren gehören prächtige Prunkräume und bedeutende Kunstschätze zur selben Geschichte. Zu den bekanntesten Werken gehören Namen, die fast jeder kennt - von Dürer und Klimt bis hin zu Monet und Picasso. Im Jahr zweitausendsechsundzwanzig feiert das Museum das zweihundertfünfzigjährige Bestehen seiner Sammlung. Sie stehen also an einem Ort, an dem Wiens kaiserliche Vergangenheit und seine Weltklasse-Kunst noch heute täglich aufeinandertreffen. Schauen Sie nun zum Mahnmal auf dem Platz. Das Mahnmal gegen Krieg und Faschismus von Alfred Hrdlicka wurde im Jahr neunzehnhundertachtundachtzig aufgestellt. Es zeigt Leid, Schmerz und Demütigung als Folgen von Faschismus, Krieg und Antisemitismus. Es steht auf einem Teil des Geländes, auf dem einst der Philipphof stand - ein Gebäude, das bei einem Bombenangriff am zwölften März neunzehnhundertfünfundvierzig zerstört wurde. Hier ändert sich die Stimmung schnell: Bewunderung weicht dem Gedenken. Und dann ändert sich die Stimmung erneut beim Café Mozart. Die Wurzeln des Kaffeehauses reichen bis ins Jahr siebzehnhundertvierundneunzig zurück. Den Namen Mozart trägt es seit neunzehnhundertneunundzwanzig. Später wurde es eng mit dem Film Der dritte Mann verknüpft, als Graham Greene, Carol Reed und Orson Welles Teil seiner Nachkriegsgeschichte wurden. Dieser Kontrast ist typisch wienerisch: großartige Kunst oben, schwierige Geschichte unter den Füßen und Kaffee und Kuchen nur ein paar Schritte entfernt.