Über diesen Ort
Die St.-Martins-Kirche liegt in der Piwna-Straße, eingebettet in die dichte Bebauung der Warschauer Altstadt. Direkt daneben befindet sich das Kloster der Franziskanerinnen Dienerinnen des Kreuzes - ein ruhiger Ort mit einer wichtigen Aufgabe. Die Geschichte der Kirche reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück, als die Altstadt entstand. Ursprünglich gehörte sie zu einem Augustinerkloster. Über Jahrhunderte war sie nicht nur ein Ort des Gebets, sondern auch des öffentlichen Lebens. Für die Politik in Masowien war dies eine bedeutende Adresse. Hier fanden Versammlungen statt, bei denen Adlige und Beamte auf einfache Gläubige trafen. Mit der Zeit veränderte sich das Gebäude je nach Mode und Wohlstand. Im 18. Jahrhundert erhielt die Kirche eine prachtvolle Barock- und Rokoko-Fassade, die viel aufwendiger war als der ursprüngliche gotische Bau. Wie viele Kirchen in der Altstadt war sie ein Ort, an dem Kunst, Status und Glaube aufeinandertrafen. Besonders verehrt wird hier das Bild der Muttergottes vom Trost. Seit Generationen kommen Menschen mit ihren Sorgen und Hoffnungen hierher, um Trost zu finden. Dann kam das Jahr 1944. Die Altstadt wurde zerstört und auch die St.-Martins-Kirche lag in Trümmern. Nach dem Krieg wurde sie wiederaufgebaut. Das Innere ist heute schlicht und modern gehalten - ein klares Zeichen für den Neuanfang nach der Katastrophe. Das Kloster nebenan gibt dem Ort heute eine besondere Bedeutung. Die Franziskanerinnen widmen sich der Pflege blinder Menschen. Inspiriert wurden sie von ihrer Gründerin Róża Czacka und dem bekannten Zentrum in Laski bei Warschau. So bleibt dieser Winkel der Altstadt lebendig - ein Ort, an dem alte Mauern Raum für tägliche Hilfe bieten.