Über diesen Ort
Die Glocke steht auf einem ruhigen Platz direkt hinter der Johanneskathedrale. Sie sieht aus, als würde sie jeden Moment über die Altstadt läuten - doch sie bleibt stumm. Der Glockengießer Daniel Tym goss sie 1646 in Warschau. Finanziert wurde sie von Jan Mikołaj Daniłowicz. Ursprünglich sollte sie in einer Jesuitenkirche in Jarosław hängen, doch dazu kam es nie. Nach einer langen Odyssee wurde sie zum Museumsstück und steht seit 1972 als Denkmal hier auf dem Platz. Aus der Nähe erkennt man viele Details auf der Bronze. Religiöse Motive und eine Inschrift erzählen von ihrer Herkunft. Wappen aus dem 17. Jahrhundert wirken wie stolze Unterschriften der damaligen Stifter. Die tiefen Risse gehören heute zu ihrer Geschichte. Sie zeigen, dass ein Gegenstand überdauern kann, auch wenn er seinen eigentlichen Zweck verloren hat. Eine lokale Tradition macht den Ort besonders: Die Glocke gilt als Wunschglocke. Das Ritual ist einfach: Berühren Sie die Glocke, umrunden Sie sie und wünschen Sie sich etwas. Auf diesem kleinen Platz ist das ein schöner Moment, in dem Geschichte und Legende verschmelzen.