Über diesen Ort
Gnojna Góra ist einer der ungewöhnlichsten Aussichtspunkte der Warschauer Altstadt. Die Terrasse liegt direkt am Weichselufer hinter den historischen Gassen. Von hier aus haben Sie einen weiten Blick über den Fluss und das Viertel Praga. Der Name bedeutet wörtlich „Misthaufen-Berg“. Vom Mittelalter bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurde hier der Müll der Altstadt entsorgt. Über die Jahrhunderte wuchs der Haufen zu einem Hügel heran - berüchtigt für seinen Gestank und die Ratten. 1844 wurde die Deponie schließlich geschlossen und zugeschüttet, doch der Name blieb. Heute ist kaum vorstellbar, was sich früher hier befand. Der grüne Hang und die gepflasterte Terrasse wirken friedlich. Dennoch erinnert dieser Ort daran, wie nah der Alltag früher an den Stadtmauern stattfand. Warschau hat nicht nur seine Gebäude, sondern auch seine Landschaft immer wieder neu erfunden. Nahe der Terrasse steht die Statue Siłacz - der „Starke Mann“. Sie zeigt eine muskulöse Figur, die einen schweren Felsbrocken trägt. Das Werk stammt von Stanisław Czarnowski, der dafür 1908 ausgezeichnet wurde. Die heutige Bronzefigur ist ein späterer Abguss des Originals. Zusammen erzählen der Hügel und die Statue dieselbe Geschichte. Ein Ort, der aus dem Abfall der Stadt entstand und zum Aussichtspunkt wurde. Und daneben eine Figur, die fast so wirkt, als würde sie noch immer die Last Warschaus tragen.