Über diesen Ort
Am Warschauer Marktplatz haben viele Häuser eigene Namen. Hier sehen Sie gleich vier davon an einem Ort: das Haus „Pod Fortuną“, das Renaissance-Haus Falkiewiczowska, das historische Haus Kozubowska und die Kamienica Orlemusowska. Zusammen erzählen sie die Geschichte des Platzes - eine Mischung aus privaten Schicksalen, geschäftlichem Erfolg und dem Wiederaufbau nach großen Zerstörungen. Das Haus „Pod Fortuną“ ist bekannt für seine auffällige Fassade. Früher dienten bemalte Hauswände als Aushängeschild. Sie zeigten den Passanten, wer hier wohnte und welchen Status die Besitzer hatten. Der Name „Fortuna“ erinnert auch an das Risiko des Stadtlebens. Eine gute Lage brachte Reichtum, doch Feuer oder Krieg konnten alles schnell wieder zerstören. Das Haus Falkiewiczowska zeigt Einflüsse der Renaissance. Dieser Stil kam durch Baumeister und Künstler aus ganz Mitteleuropa nach Warschau. Achten Sie auf die Symmetrie und Ordnung der Fassade. Im Laufe der Zeit wurden diese Häuser oft umgebaut, erhöht oder verbreitert. Der Marktplatz behielt so seine Form, auch wenn sich das Aussehen der einzelnen Gebäude wandelte. Das Haus Kozubowska erinnert uns daran, dass „alt“ nicht „unverändert“ bedeutet. Hinter der Fassade stecken viele Umbauten und Modernisierungen. Die Häuser am Markt waren Wohnraum, Lager und Geschäft zugleich. Die Keller waren dabei genauso wichtig wie die oberen Etagen, um Waren kühl und sicher zu lagern. Die Kamienica Orlemusowska ist eng mit der Stadtverwaltung und der damaligen Elite verbunden. Solche Namen stammen oft von einflussreichen Besitzern, wie Bürgermeistern oder Beamten. Wer es sich leisten konnte, baute prachtvoll um, um seinen Status zu zeigen. Architektur war hier eine Frage des Ansehens. Alle vier Häuser teilen das gleiche Schicksal. 1944 wurde die Altstadt fast völlig zerstört. Was Sie heute sehen, ist das Ergebnis eines sorgfältigen Wiederaufbaus nach dem Krieg. Man wollte nicht nur Mauern errichten, sondern das Lebensgefühl des alten Marktplatzes zurückbringen - mit seinen Farben, Rhythmen und den Namen, die Warschaus Geschichte lebendig halten.