Über diesen Ort
Über diese schmale Altstadtgasse führt ein überdachter Gang, der das Königsschloss mit der St.-Johannes-Kathedrale verbindet. Er sieht aus wie eine einfache Brücke, diente aber vor allem der Sicherheit. Die erste Version entstand Ende des 16. Jahrhunderts für Königin Anna Jagiellonica. So konnte der Hof die Kathedrale erreichen, ohne die Straße betreten zu müssen. Die bekannteste Geschichte des Ganges führt uns in das Jahr 1620. König Sigismund III. Wasa war auf dem Weg zur Messe, als ihn der Adlige Michał Piekarski mit einer Streitaxt angriff. Der König wurde verletzt, überlebte jedoch. Der Angreifer wurde noch vor Ort gefasst. Seine Hinrichtung sollte die Stadt schockieren und wird in Chroniken als besonders grausam beschrieben. Nach diesem Attentat wurde ein solcher geschützter Weg noch wichtiger. Der Gang ermöglichte es den Herrschern, sich diskret und sicher zu bewegen - fernab von Menschenmengen und plötzlichen Gefahren. Dieses kleine Bauwerk erinnert an eine Zeit, in der Politik, Religion und Gewalt in der Hauptstadt jederzeit aufeinandertreffen konnten.