Über diesen Ort
Bleiben Sie in der Piwna-Straße stehen und betrachten Sie die Fassade. Sie wirkt fast zu elegant für ihren ursprünglichen Zweck. Das ist das Große Zeughaus - erbaut Anfang des 17. Jahrhunderts als städtisches Waffenlager. Es wurde so entworfen, dass es wie eine Reihe prächtiger Bürgerhäuser aussieht. Die Bauzeit von 1600 bis 1605 war entscheidend: Damals wollte Danzig Stärke und Reichtum durch Architektur so stilvoll wie möglich präsentieren. Lassen Sie Ihren Blick nach oben wandern. Der niederländische Manierismus zeigt sich in den spitzen Giebeln, den Steinornamenten im roten Backstein und den kleinen Türmchen. Die Dachlinie wirkt wie eine kunstvolle Silhouette. Inspiriert wurde der Bau von der berühmten Fleischhalle in Haarlem. Ein Zweckbau wurde zum Prunkstück der Stadt - genau das gelingt auch diesem Zeughaus. Suchen Sie nun nach den Details in der Dekoration. Sie finden Motive, die zu einem Waffenlager passen: Soldaten, Explosionen und Kanonenkugeln. Auf dieser Seite gibt es aber auch Hinweise auf Weisheit und Strategie, oft dargestellt durch Minerva oder Athene. Die Botschaft ist klar: Macht bedeutet nicht nur Stärke, sondern auch Klugheit. Treten Sie ein paar Schritte zurück. Von hier aus wirkt das Gebäude wie eine Kulisse am Ende der Piwna-Straße. In Danzig sollte selbst militärische Infrastruktur kultiviert aussehen. Heute beherbergt es die Akademie der Bildenden Künste. Die Verwandlung ist perfekt: Das ehemalige Waffenlager ist nun ein Ort der Kunst.