Über diesen Ort
Bleiben Sie direkt neben dem Goldenen Tor stehen. Schauen Sie auf das kompakte, spätgotische Gebäude, das fast in die Stadtmauer eingebettet scheint. Das ist der Hof der St.-Georg-Schützenbruderschaft - Dwór Bractwa św. Jerzego - direkt am Kohlenmarkt (Targ Węglowy). Er wurde Ende des 15. Jahrhunderts, zwischen 1487 und 1494, als Sitz einer der angesehensten Bruderschaften Danzigs erbaut. Diese Gruppe war mehr als nur ein geselliger Verein. Es war eine elitäre Schützenbruderschaft mit engen Verbindungen zum Patriziat und zum Bürgertum. Sie war eine Mischung aus Bürgerclub, Ehrengarde und Statussymbol. Im Inneren hielten die Mitglieder Versammlungen ab, feierten Feste und gaben Vorstellungen - ganz im Stil einer wohlhabenden Hafenstadt. Blicken Sie nun nach oben zum Dach. Das Gebäude hat ein steiles Zeltdach mit einem kleinen Türmchen. Ganz oben thront eines der schönsten Details: eine Figur des Heiligen Georg im Kampf mit dem Drachen aus dem Jahr 1566. Die heutige Statue ist eine Kopie; das Original befindet sich im Nationalmuseum in Danzig. Stellen Sie sich auch die praktische Seite der Bruderschaft vor. Die unteren Räume dienten als Lager für Waffen und Ausrüstung. Im oberen Saal versammelte sich die Bruderschaft in festlichem Rahmen. Der Beiname „Strzelnica“ - Schießstand - erinnert noch heute an die Schützentradition. Das Gebäude erzählt auch von Veränderungen. Die Aktivitäten der Bruderschaft endeten 1798, und das Haus ging in städtischen Besitz über. Heute beherbergt es unter anderem Architektenverbände. Doch die Fassade zeigt noch immer den Stolz der Gründer. Bevor Sie weitergehen, schauen Sie sich an, wie eng das Gebäude am Tor und der alten Verteidigungslinie liegt. In Danzig standen Prestige und Schutz oft Seite an Seite.