Über diesen Ort
Halten Sie hier an und blicken Sie auf das Goldene Tor - die Brama Złota. Dies ist kein mittelalterliches Festungstor, das Feinde abschrecken sollte. Es wurde gebaut, um Gäste zu beeindrucken. Anfang des 17. Jahrhunderts war Danzig reich, selbstbewusst und wollte das auch zeigen. Die Stadt ersetzte ein altes mittelalterliches Tor durch diesen stilvollen Eingang zur Ulica Długa. Dies ist die Prachtstraße, die direkt ins Herz der Rechtstadt führt. Schauen Sie sich die Architektur genau an. Der Entwurf stammt von Abraham van den Blocke. Er prägte den flämisch-niederländischen Stil Danzigs maßgeblich. Der Bau begann 1612 und wurde 1614 abgeschlossen. Die hellen Steindetails bestehen aus Gotland-Sandstein. Dieser Stein wurde gewählt, weil er sich besonders gut für feine Ornamente eignet. Richten Sie Ihren Blick nun nach oben. Dort befindet sich die eigentliche Botschaft des Tores. Auf der Balustrade stehen acht allegorische Figuren. Sie sind wie eine steinerne Werbetafel für die Werte einer idealen Stadt. Auf der einen Seite sehen Sie Frieden, Freiheit, Reichtum und Ruhm. Auf der anderen Seite stehen Eintracht, Gerechtigkeit, Frömmigkeit und Klugheit. Es ist eine Mahnung, dass Wohlstand nicht nur von Geld abhängt, sondern auch vom Verhalten der Bürger. Suchen Sie den lateinischen Satz am Tor: „Concordia res publicae parvae crescunt - discordia magnae concidunt“. Das ist Warnung und Versprechen zugleich: Durch Eintracht wachsen kleine Staaten, durch Zwietracht gehen große unter. Für eine Stadt, die auf Handel und Bündnissen basierte, hätte die Botschaft nicht passender sein können.