Das Danziger Krantor (Żuraw)

Über diesen Ort

Stellen Sie sich an das Ufer der Długie Pobrzeże und blicken Sie auf die beiden Backsteintürme mit dem dunklen Holzteil dazwischen. Das ist das Danziger Krantor - der Żuraw. Es ist das Wahrzeichen der Stadt und ein seltenes Zeugnis mittelalterlicher Hafentechnik. Das Bauwerk war Tor und Maschine zugleich. Die Türme schützten den Weg von der Stadt zum Fluss, während die Holzkonstruktion den Hebemechanismus für die Schiffe auf der Motława beherbergte. Das heutige Krantor entstand Mitte des 15. Jahrhunderts, nachdem ein hölzerner Vorgängerbau abgebrannt war. Stellen Sie sich die harte Arbeit im Inneren vor. Der Kran wurde durch riesige Treträder angetrieben. Menschen liefen darin wie lebende Motoren, um Seile und Trommeln zu bewegen. So konnten schwere Lasten gehoben und Schiffsmasten zur Reparatur aufgerichtet werden - entscheidend in einem geschäftigen Handelshafen, in dem Zeit und Gezeiten den Rhythmus vorgaben. Bevor Sie weitergehen, schauen Sie kurz über die Motława zum anderen Ufer. Dort liegt die Insel Ołowianka mit ihren alten Speichern. Vielleicht entdecken Sie auch die Silhouette der Baltischen Philharmonie in den ehemaligen Industriegebäuden oder die Masten der Marina, die diesen Flussabschnitt beleben. Achten Sie auf den Kontrast: massiver Backstein zur Verteidigung und Holz für die Bewegung. Von hier aus wirkt das Krantor wie eine mittelalterliche Maschine, die mitten in der Arbeit angehalten hat - immer noch zum Wasser geneigt, als würde jeden Moment das nächste Schiff anlegen. Das Krantor erzählt auch eine Geschichte vom Überleben. Im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, wurde es in den Nachkriegsjahren originalgetreu wieder aufgebaut. Heute gehört es zum Maritimen Museum. Wo früher hart gearbeitet wurde, erfährt man heute, wie Handel, Technik und Ehrgeiz das Leben an diesem Fluss prägten.

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Das Danziger Krantor (Żuraw)

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