Über diesen Ort
Gehen Sie auf die Brücke und lassen Sie sich Zeit. Der Pont Alexandre III wurde für den großen Auftritt gebaut. Er verbindet das Viertel Les Invalides mit der Seite der Champs-Élysées. Entstanden ist er als Prunkstück für die Weltausstellung von 1900 - zu einer Zeit, als Paris modern, reich und unaufhaltsam wirken wollte. Schauen Sie sich um. Die Brücke liegt ungewöhnlich tief über der Seine. Das war Absicht. Die Architekten durften die Sichtachsen nicht versperren. Der Blick von den Champs-Élysées zum Invalidendom sollte frei bleiben, damit die goldene Kuppel weiterhin das Stadtbild dominiert. Das Ergebnis ist ein eleganter Stahlbogen, der fast schwerelos wirkt. Achten Sie auf die Details. Die Brücke ist ein Meisterwerk der Belle Époque. Jugendstil-Laternen, Putten, Nymphen und Meereswesen machen sie zu einem Freilichtmuseum. An den vier Ecken tragen hohe Pfeiler vergoldete Statuen, die sogenannten „Fames“. Darüber scheinen geflügelte Pferde die Brücke fast in die Luft zu heben. Sogar im Namen verbirgt sich Diplomatie. Die Brücke ehrt den russischen Zaren Alexander III. und erinnert an das Bündnis zwischen Frankreich und Russland. Sein Sohn Nikolaus II. legte im Oktober 1896 den Grundstein. Heute ist aus dieser politischen Geste ein Ort für Spaziergänge und Heiratsanträge geworden - ein Platz für jene klassischen Paris-Momente, in denen sich das Gold der Statuen im Fluss spiegelt. Schauen Sie noch einmal in beide Richtungen: auf der einen Seite der Invalidendom, auf der anderen das Grand Palais. Die Seine fließt ruhig unter Ihren Füßen hindurch. Dieser gesamte Flussabschnitt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe „Paris, Ufer der Seine“ - geschützt genau wegen dieser einzigartigen Ausblicke.