Über diesen Ort
Bleiben Sie einen Moment auf dem Rembrandtplein stehen. Der Platz ist so gestaltet, dass er die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Straßenbahnen, Terrassen und das lebhafte Nachtleben lenken den Blick direkt auf die Statuen in der Mitte. Beginnen wir mit der älteren Figur. Das Denkmal zeigt Rembrandt van Rijn, der ruhig und beständig inmitten der geschäftigen Stadt steht. Der Bildhauer Louis Royer entwarf die Statue, die am siebenundzwanzigsten Mai achtzehnhundertzweiundfünfzig enthüllt wurde. Damals hieß dieser Ort noch Botermarkt. Da das Geld nicht für Bronze reichte, wurde die Statue aus Gusseisen gefertigt. Heute ist sie das älteste erhaltene öffentliche Denkmal Amsterdams. Überlegen wir kurz, warum das Denkmal hier steht. Im neunzehnten Jahrhundert wollte Amsterdam eine kulturelle Identität schaffen und feierte die Helden des Goldenen Zeitalters. Im Jahr achtzehnhundertsechsundsiebzig wurde der Platz schließlich in Rembrandtplein umbenannt. So wurde der Name des Malers fest im Stadtplan verankert. Schauen Sie sich um. Der Platz erfindet Rembrandt immer wieder neu. Im Jahr zweitausendsechs, zum vierhundertsten Geburtstag des Malers, wurde eine lebensgroße Bronzegruppe aufgestellt. Sie basiert auf dem Gemälde „Die Nachtwache“ und macht den Platz zu einer begehbaren Szene. Schauen Sie nun auf das moderne Gegenstück direkt gegenüber. Das ist „The Thinker“ des Künstlers Joseph Klibansky, der hier am vierzehnten Juli zweitausenddreiundzwanzig aufgestellt wurde. Statt eines Malers aus dem siebzehnten Jahrhundert sehen Sie einen Astronauten. Er nimmt die Pose von Rodins berühmtem Denker ein, wirkt aber wie ein Symbol für die Zukunft. Lassen Sie diesen Kontrast kurz auf sich wirken. Eine Statue ehrt einen alten Meister und setzt ein Zeichen aus Gusseisen. Die andere überträgt eine klassische Pose in das Zeitalter von Raumfahrt und Technik. Der Astronaut auf seinem Felsen erinnert uns daran, dass das Unbekannte nicht nur im Weltraum liegt, sondern auch in der Welt, die wir hier auf der Erde erschaffen.