Museum Unser Herr auf dem Dachboden (Ons' Lieve Heer op Solder)

Über diesen Ort

Von der Straße aus sieht dieses Gebäude wie ein ganz normales Amsterdamer Grachtenhaus aus. Genau das war die Absicht. Kommen Sie näher und stellen Sie sich vor, wie unauffällig eine Menschenmenge hier hineinschlüpfen konnte. Denn im Inneren verbirgt sich eine komplette Kirche, die über den gewöhnlichen Wohnräumen errichtet wurde. Gehen Sie hinein und folgen Sie dem Weg durch das Haus. Schmale Korridore und steile Treppen führen an Wohnräumen, Küchen und versteckten Alkoven vorbei. Dann öffnet sich plötzlich der Raum zum „unmöglichen“ Teil: einer prachtvoll verzierten Kirche direkt unter dem Dach. Dies ist eine klassische Amsterdamer Schuilkerk - eine Geheimkirche. Nachdem Amsterdam Ende des sechzehnten Jahrhunderts offiziell protestantisch wurde, war der katholische Gottesdienst in der Öffentlichkeit verboten. Privat wurde er jedoch geduldet, solange er diskret blieb. Deshalb versteckten sich Kirchen wie diese hinter ganz gewöhnlichen Haustüren. Die Dachbodenkirche wurde vom katholischen Kaufmann Jan Hartman in Auftrag gegeben und im Jahr sechzehnhundertdreiundsechzig eingeweiht. Das Haus selbst stammt aus dem Jahr sechzehnhundertdreißig. Zwischen sechzehnhunderteinundsechzig und sechzehnhundertdreiundsechzig wurden die oberen Stockwerke in diesen geheimen Ort des Gebets verwandelt. Stellen Sie sich vor, was das bedeutete: Eine Kirche über einem Wohnhaus mitten im belebten Stadtzentrum zu bauen, während die Fassade völlig unauffällig blieb. Achten Sie im Kirchenraum auf die Details. Die Galerien und verzierten Bögen lassen den Raum eher wie eine echte Gemeinde als wie einen Dachboden wirken. Alles wurde so gestaltet, dass hier richtige Gottesdienste stattfinden konnten, nicht nur private Gebete. Es war ein offenes Geheimnis, das funktionierte, weil sich alle an dieselbe Regel hielten: Nichts durfte nach außen dringen. Bevor Sie gehen, denken Sie daran, dass dies auch eines der ältesten Museen Amsterdams ist. Es wurde am achtundzwanzigsten April achtzehnhundertachtundachtzig eröffnet. Es bewahrt ein seltenes, unverfälschtes Bild davon, wie die Menschen im siebzehnten Jahrhundert lebten und beteten. Im Jahr zweitausendvierundzwanzig wurde das Museum zudem mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet.

Audio-Geschichte

Museum Unser Herr auf dem Dachboden (Ons' Lieve Heer op Solder)

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