Über diesen Ort
In einer kleinen Ecke nahe der Piazza Navona steht die Statua di Pasquino. Man übersieht sie leicht. Es ist eine verwitterte antike Marmorgruppe an der Piazza di Pasquino, direkt auf dem Weg zwischen der Via del Governo Vecchio und der Piazza Navona. Die Statue wurde 1501 gefunden und auf Wunsch von Kardinal Oliviero Carafa hier aufgestellt. Schon damals war sie unvollständig. Die Schäden gehören heute zu ihrer Identität. Vermutlich stammt sie aus dem nahegelegenen Stadion des Domitian. Oft wird sie als Szene aus der griechischen Mythologie gedeutet: Menelaos, der den Leichnam des Patroklos stützt. Berühmt wurde Pasquino als „sprechende Statue“. Seit dem frühen 16. Jahrhundert klebten die Römer anonyme Zettel an den Sockel. Darauf verspotteten sie Mächtige und kommentierten Politik oder Skandale. Diese bissigen Botschaften nennt man „Pasquinate“. Pasquino ist die bekannteste der sprechenden Statuen Roms. Schauen Sie sich die raue Oberfläche und das Treiben um sie herum an. Genau dieser Kontrast macht sie aus: Ein antikes Bruchstück wurde zur öffentlichen Pinnwand für den Humor und den Frust der Stadt - mitten im Freien, für jeden lesbar und völlig anonym.