Mahnmal St. Nikolai - Vierländerin-Brunnen - Museum St. Nikolai

Über diesen Ort

Schauen Sie nach oben zu dem hohen, dunklen Turm. Das ist das Mahnmal Sankt Nikolai, die erhaltene Ruine der ehemaligen Hamburger Hauptkirche Sankt Nikolai. Schon von weitem fällt sie auf, denn der Turm ist etwa 147 Meter hoch. Damit ist er eines der höchsten historischen Bauwerke der Stadt. Die Geschichte dieses Ortes beginnt lange vor dem Zweiten Weltkrieg. Bereits im späten zwölften Jahrhundert wurde hier eine Kirche erwähnt. Über Jahrhunderte war sie eine der fünf evangelischen Hauptkirchen Hamburgs. Das mittelalterliche Gebäude brannte beim Großen Brand von 1842 ab. Hamburg baute die Kirche an derselben Stelle im neugotischen Stil wieder auf. Der Architekt war der Engländer George Gilbert Scott. Als der neue Turm 1874 fertiggestellt wurde, war er das höchste Gebäude der Welt - ein Titel, den er bis 1876 behielt. Springen wir nun in den Juli 1943. Während der alliierten Luftangriffe auf Hamburg, bekannt als Operation Gomorrha, wurde Sankt Nikolai schwer beschädigt. Der Turm wurde unfreiwillig Teil des Luftkriegs, da er den Bomberbesatzungen als Orientierungspunkt diente. Nach den Angriffen blieben nur Teile der Kirche stehen. In den Nachkriegsjahren wurde das zerstörte Kirchenschiff größtenteils abgetragen. Was Sie heute sehen, ist eine bewusste Entscheidung: Der Turm und die Krypta blieben als Mahnmal erhalten, anstatt die Kirche wieder aufzubauen. Wenn Sie einen guten Überblick über Hamburg bekommen möchten, bietet dieser Ort einen der ungewöhnlichsten Aussichtspunkte der Stadt. Seit 2005 führt ein Aufzug im Inneren des Turms zu einer Plattform in etwa 75,3 Metern Höhe. Von dort oben sehen Sie nicht nur hübsche Dächer. Sie erkennen auch, wie nah das alte Handelszentrum, die Kanäle und der Hafen beieinander liegen und wie kompakt der historische Stadtkern eigentlich ist. Das Museum befindet sich unter Ihnen in der Krypta. Es wird oft Museum Sankt Nikolai genannt. Es konzentriert sich auf die Ursachen und Folgen des Luftkriegs im Zweiten Weltkrieg, speziell bezogen auf Hamburg. Die Dauerausstellung trägt den Titel „Gomorrha 1943 - Die Zerstörung Hamburgs im Luftkrieg“. Sie zeigt die Zeit vor den Angriffen, den Feuersturm und den langen Wiederaufbau. Das Museum erklärt Straße für Straße, was mit der Stadt geschah und warum dieser Ort als Gedenkstätte gewählt wurde. Nur ein kurzer Spaziergang vom Mahnmal entfernt finden Sie den Vierländerin-Brunnen. Er erzählt eine ganz andere Hamburger Geschichte: Es geht um die Lebensmittelversorgung und die Beziehung der Stadt zu ihrem Umland. Der Brunnen wurde 1878 für den Markt am Meßberg entworfen. Der Entwurf stammt von Franz Andreas Meyer, die zentrale Figur schuf der Bildhauer Engelbert Peiffer. Die Frau stellt die Vierlande dar, ein Marschland südlich von Hamburg. Dieses Gebiet war bekannt für seinen Gemüseanbau und versorgte die Stadt mit frischen Waren. Schauen Sie sich den Brunnen genauer an. Die kleinen Details machen ihn zu einem echten Marktdenkmal. Die Figur trägt eine traditionelle Tracht und hält einen Marktkorb. Das Becken ist verziert und es gibt tierische Elemente, wie zum Beispiel Enten als Wasserspeier. Eine Inschrift am Brunnen passt perfekt zum Ort: „Am Markt lernt man die Leute kennen“. Der Brunnen hat im Laufe der Zeit oft seinen Platz gewechselt. Er stand nicht immer hier. Er wurde versetzt, im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und in der Nachkriegszeit restauriert. Heute steht er unter Denkmalschutz. Er erinnert an die Zeit vor Supermärkten und moderner Logistik, als die Stadt noch auf ganz andere Weise versorgt wurde.

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Mahnmal St. Nikolai - Vierländerin-Brunnen - Museum St. Nikolai

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